Kategorie: trans*

LesMigraS stellt erste umfangreiche Studie zu Mehrfachdiskriminierung vor

Pressemitteilung von LesMigraS

Vorstellung erster Ergebnisse der bisher umfangreichsten Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen/bisexuellen Frauen und Trans*

Lesbische und bisexuelle Frauen sehen sich im Bildungsbereich diskriminiert

Berlin, 14.6.2012 – Diskriminierung und Gewalt von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* ist in Deutschland immer noch ein hochrelevantes Thema. Dies ergeben die nun vorliegenden quantitativen Ergebnisse der ersten umfangreichen wissenschaftlichen Studie zu dieser Thematik. Formen, Ausmaß, Folgen und Ursachen der erlebten Gewalt sowie Diskriminierung stehen dabei im Vordergrund.

Plakat zur Studie von LesMigraS
(Plakat zur Studie von LesMigraS. Überschrift: „Die erste umfangreiche Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans*Menschen“. Drei Menschen halten ein Schild: „Identität kennt kein Entweder-Oder.“ Text unten: „Bist Du lesbisch oder Migrant_in? [ ] lesbisch [ ] Migrant_in [x] nein“)

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die relativ hohe Wahrnehmung an Diskriminierungen in den Bereichen Bildung und Arbeit. Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, mindestens einmal am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein. Weiterhin geben 72,6% der Studienteilnehmer_innen an, dass ihre Leistungen im Bildungsbereich aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter bewertet wurden. „Die überwältigende Mehrheit hält es nach wie vor für notwendig, dass im Bildungsbereich mehr über vielfältige sexuelle Lebensweisen aufgeklärt werden sollte“ sagte Saideh Saadat-Lendle, Projektleiterin von LesMigraS.

Interessant sind auch die Ergebnisse, die bezüglich Diskriminierungen im Bereich Ämter und Behörden sowie im Gesundheitswesen gemacht wurden. So geben mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer_innen an, dass sich ihre lesbische oder bisexuelle Lebensweise negativ auf ihre Chancen auswirkt, von der Polizei geschützt zu werden. Des Weiteren haben etwa 20% respektlose Behandlung durch medizinisches Fachpersonal erfahren.

Eine relativ hohe Anzahl der Befragten hat den Bereich des Fragebogens ausgefüllt, der sich ausdrücklich an Trans* richtete. Die bisherige Auswertung zeigt hier, dass vornehmlich Diskriminierungserfahrungen bei Ärzt_innen und Ämtern gemacht wurden und damit strukturelle Diskriminierung deutlich wahrgenommen wird.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist unter anderem auch die Erkenntnis, dass die scheinbare Nichtübereinstimmung des Ausdrucks einer Person (Kleidung, Gestik etc.) mit der gesellschaftlichen Vorstellung einer Frau oder eines Mannes in vielen Fällen als problematisch erfahren wird. „Diskriminierungen und Gewalt aufgrund von Abweichungen von normativen männlichen oder weiblichen Geschlechterrollen stellen uns weiterhin vor Herausforderungen, mit denen wir uns in der Beratungsarbeit konfrontiert sehen“, so Claudia Apfelbacher, Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin. Auch Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sieht darin eine der zentralen Herausforderungen.
„Es ist die vermeintliche gesellschaftliche Vorstellung von Norm oder Normalität, die viele Menschen ausgrenzt“, sagte Lüders. Sexismus und Rassismus gehörten dabei zu den nach wie vor stärksten Ausgrenzungsmechanismen.

Sehr aufschlussreich sind auch erste Ergebnisse zum Thema Mehrfachdiskriminierung. Von denjenigen Teilnehmer_innen, die mehrfachzugehörig sind, geben 78,2% an, aufgrund von Mehrfachzugehörigkeiten in der Öffentlichkeit mindestens einmal diskriminiert worden zu sein. Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet es als schwer, sich zu wehren, weil oft unklar ist, um welche Art der Diskriminierung es sich jeweils handelt, beispielsweise durch eine Beschimpfung wie „Sprich gefälligst Deutsch, du scheiß Lesbe“.

Die vorliegenden Daten der Studie werden in Kürze mit Ergebnissen einer qualitativen Untersuchung ergänzt und diesen September veröffentlicht. Im Anschluss daran werden umfangreiche Empfehlungen an Politik, Öffentlichkeit und Beratungsstellungen formuliert.

Weitere Informationen und Interviewanfragen: LesMigraS

Transgender Day of Remembrance

Zum 4. Mal beteiligt sich Berlin am 20. November 2010 am Transgender Day of Remembrance, der seit 1999 international an Trans*menschen erinnert, die Hassverbrechen zum Opfer gefallen sind.

Der Berliner „T D o R“ hat nicht nur die Absicht, gegen trans*phobe Gewalt weltweit Stellung zu beziehen, sondern will auch generell an verstorbene Transgender erinnern.

Transgender Day of Remembrance

The Transgender Day of Remembrance serves several purposes. It raises public awareness of hate crimes against transgender people, an action that current media doesn’t perform. Day of Remembrance publicly mourns and honors the lives of our brothers and sisters who might otherwise be forgotten. Through the vigil, we express love and respect for our people in the face of national indifference and hatred. Day of Remembrance reminds non-transgender people that we are their sons, daughters, parents, friends and lovers. Day of Remembrance gives our allies a chance to step forward with us and stand in vigil, memorializing those of us who’ve died by anti-transgender violence.

International Transgender Day of Remembrance

At its base, I think the day of remembrance is about safety. As far as I’m concerned, one of the most basic human rights is having the ability to move about one’s neighborhood with fearing the probability of violence.

At the moment, I don’t feel that I have that freedom. I’m certainly not alone in this– many of us who are able to get around cannot be certain we’ll be able to do so safely. Many of us fortunate enough to have homes do not feel safe therein.

eastsidekate, November 20, Shakesville

And yet, whenever a trans person is murdered, the very first thing we trans people have to do is sort through the layers and layers of transphobic misinformation from police, media and families in order to work out who that person was, how they lived their life, what their appropriate pronouns and identifications were.

Because the words are almost always wrong, and almost always an act of erasure.

[…]

Because another reality has intervened – cissexual reality – and how she lived and who she was has disappeared.

Queen Emily, It makes sense, Questioning Transphobia

There are some who say that this day is too sombre, sad, and depressing. There is a lot that is worth celebrating about our existence, they say. Life as well as death. Joy as well as pain and loss. Some of these same people say that it’s even a whiff of internalised transphobia that makes this commemoration of death “our holiday” rather than something more festive. To this I say the following: due to the foregoing I have said about how we are so often not remembered, or explicitly and intentionally misremembered, this day is a necessary bearing of witness.

Quinnae Moongazer, Lest We Forget, The Nuclear Unicorn

wir stören euch doch nur

Even though I never felt like I fit in even before I came out, and my comity with heterosexual men was fairly minimal, only recently did statements like that really piece me very deeply and remind me that the fantasies of men like him involved a world in which I didn’t exist. Aliens, moon sized space stations, women with three breasts, physically impossible arachnids, magic users, faster than light speed travel, yes that could all exist. But a trans woman kissing another woman? Nope. Fantasy is free from ‘politics’ remember.

Quinnae im Border House Blog.