Kategorie: rape culture

Die Anderen Monster

Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt.
Vorsicht: Wütender Artikel.

Via Mädchenmannschaft: Die taz und andere Zeitungen berichten von einem der auffälliger schrecklichen Fälle von brutaler Vergewaltigung und anschließendem victim blaming und neuer Traumatisierung durch all die, die ihre Rechte schützen sollten. Ergebnis: Freispruch für die sechs Angeklagten, da die Überlebende während der Vernehmung zusammenbricht und keine Aussage mehr machen kann.

Die taz pflichtet im Übrigen den Beschuldigungen der Verteidigung bei, die der Überlebenden attestiert, „sexhungrig“ zu sein, weswegen man das, was passiert sei, nicht „Vergewaltigung“ nennen dürfe:

In der Tat hatte offenbar auch die 17-Jährige sich nicht durchgehend als Opfer gesehen: Erst als sie zwei Tage nach der Tatnacht in der Schule einen psychischen Zusammenbruch erlitten hatte, ging sie zu einem Arzt, Anzeige erstattete sie auf Drängen ihrer Mutter.

taz-Autor (und mir hier die Beschimpfungen zu verkneifen, fällt mir ausnahmsweise wirklich schwer):
Ihre Fantasie in allen Ehren, aber, und ich versuche dies zurückhaltend zu formulieren: Ihnen fehlt Sachkompetenz. Ungefähr 100 Jahre davon.
Bitte dringend einen Crashkurs machen in verantwortungsvoller Berichterstattung über sexualisierte Gewalt, obwohl ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob irgendetwas davon in ihren Schädel dringen wird. Lesevoraussetzung: rape culture 101, Shakesville:

Rape culture is the pervasive narrative that there is a „typical“ way to behave after being raped, instead of the acknowledgment that responses to rape are as varied as its victims, that, immediately following a rape, some women go into shock; some are lucid; some are angry; some are ashamed; some are stoic; some are erratic; some want to report it; some don’t; some will act out; some will crawl inside themselves; some will have healthy sex lives; some never will again.

Rape culture is the pervasive narrative that a rape victim who reports hir rape is readily believed and well-supported, instead of acknowledging that reporting a rape is a huge personal investment, a difficult process that can be embarrassing, shameful, hurtful, frustrating, and too often unfulfilling. Rape culture is ignoring that there is very little incentive to report a rape; it’s a terrible experience with a small likelihood of seeing justice served.

Rape culture is hospitals that won’t do rape kits, disbelieving law enforcement, unmotivated prosecutors, hostile judges, victim-blaming juries, and paltry sentencing.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich wünsche der Überlebenden Glück. Kraft. Ruhe. Alles, was ihr helfen kann.

 
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Erkenntnisse durch Twitter: Jay Smooth ist toll!

Na gut, wir wussten immer alle, dass er toll ist, richtig?

Aber es geht auch immer noch toller:

Ally.

Zum Hintergrund: Twitter-Aktion gestartet auf Tiger Beatdown, um von Michael Moore eine Entschuldigung zu fordern dafür, die Anklägerinnen von Julian Assange öffentlich lächerlich gemacht und ihre Vorwürfe als „a bunch of hooey“ bezeichnet zu haben. Moore hat 20.000 $ für die Kaution von Assange gespendet.
(Fortsetzung heute)

Hashtag, #MooreandMe. User, @MMFlint. As long as it takes, until we get an explanation, an apology, and preferably $20,000 for a rape crisis or anti-sexual assault organization of his choice.

Wer gern twittert, sei herzlich eingeladen.