Kategorie: In eigener Sache

me me me

cross-posted from tumblr. Image and couple links added

awwwww people on the internetz care about me ♥

So, I am touched. I just got a message from someone who’s glad seeing me posting stuff again here and on takeover.beta, as I made it quite public I struggle with depression. So I began answering and then thought I’d answer right here, because long! and in case someone else worries, too.

image: Person on a hill shouting It's All About Me (Me Me Me Me Me)
Image: At night. Outlined person on a hill shouting „It’s All About Me!“ (Me Me Me Me Me).
Found via a great article by Jai Farris on why writing for yourself is actually a pretty good idea, Me….Me….Me…Me….ME! Thanks for the reminder. From time to time, I get trapped into thinking otherwise. 🙂

Yeah, spot on with the depression-caused pauses. But only partly, or maybe not in the way you’d think.

Partly it’s also that I started to study last fall (computer sciences). I love it, I missed some of the stuff soo much, it takes away a whole lot of anxiety issues and makes me feel good about myself. That is, only for that part of the time where I actually get to feel stuff, because work work work. And apart from those times when i break down completely and wonder how I ever thought I could be good enough for this, being, you know, not one of the guys. Whis is way too often. So, incredibly hard work, in addition to still having to work my job. So 4 days out of 7 I tend to just drop into my bed and watch tv series in my free time. (on 2 more days i work until 2 am and don’t have time for anything – on the last day I go out with friends and drink because fuck you 😀 )

It’s like I don’t even have time for depression, apart from yeah no, the symptoms just change. So then when I have holidays, like the last two weeks, I shut everything out and take care of myself. Which usually means people feeling neglected because I play video games 15 hours a day, read books and hang around on soup for 2 weeks, don’t really want to see anyone and never call back. So for other people this usually looks like a bad sign because no one can see me. But really it’s usually a good sign (or rather, a sign that the last couple weeks/ months were really bad), because most of the time it’s me being alone, taking care and getting better.

Also I tend to overuse and consequently get stressed by social media. So it turns out I usually only use one or two sites at a time – like, twitter’s great for one, two weeks at a time, then it’s just too much to keep up, and i shift to Soup because you know, baby hedgehogs! Then I return to tumblr because I feel like reading tumblrish stuff, and so on. I’ve been on facebook quite constantly during the last year, though, and post most of the stuff publicly, too, so you can always check there if you’re worried 😉 But no promises, either.

Also, obviously, I’m involved in a lot of terrible political arguments online, and some of the time there’s just no way I can stand it any longer, so I react by a) depression, b) taking care, baby hegdehogs, you know. All of the above.

And sometimes? Sometimes I’m just far away from the internet.

So – as I said. I’m touched, and I’m happy you people care (and I *mean* care, not the creepy shit that some people call “care”. And yeah, I can tell the difference.). Here’s a piece of my life for you 🙂

Was zur Hölle? WO STECKT KITURAK?

Um das endlich mal zu sagen:

SORRY, all ihr netten Menschen, die ihr immer wieder hier vorbeischaut und nichts Neues findet! Ich bin zuversichtlich, dass die Schreibkrise nicht ewig andauern wird – aber wie das so ist, vorausberechnen kann ich’s nicht.

In der Zwischenzeit findet ihr mich momentan an ein paar anderen Orten:

  • Wie ich hier schon längst groß kundgetan hätte, wenn ich mich mal irgendwie hätte aufraffen können, gibt es das tolle, schöne, aufreibende neue Gruppenblogprojekt, in dem ich jetzt mitschreibe, takeover.beta! Ich bin sehr aufgeregt, wir streiten uns auch schon, alles wie es sein soll, oder so. Auf Nachfrage gern mehr Infos – ich will ja auch immer noch was extra dazu schreiben. Es gibt Hinterzimmerberichte, damit Leute mitkriegen, was bei uns hinter den Kulissen los ist, wenigstens ansatzweise. Und hier ist mein persönlicher Liebling unter den Sachen, die ich irgendwie teilweise geschrieben habe: die Eröffnung einer Reihe, die sich Mühe geben wird, Abendgesellschaften zu sprengen. [Nachtrag:] Und, MACHT MIT! Kommt auch! Ich würd mich freuen.
  • Ich bin, wie – ahem, schon geschrieben – auf facebook und (für Schüchterne 🙂 ) poste da an sich das Meiste öffentlich, und
  • ich hab auch einen tumblr.
  • Auf tumblr und facebook schaff‘ ich nicht die Barrierefreiheits-Kriterien wie hier, obwohl ich mir immer noch Mühe geb‘, und (die aktuellsten tumblr-Seiten bestehen zum Großteil aus unbeschrifteten Bildern … :/ ) ab und an ne Transkription liefere.

    Ansonsten versuch ich einfach, mein polit-rant-Bedürfnis irgendwie so auf verschiedene Orte zu verteilen, dass es für mich funktioniert, und habe hier momentan um die 20 Artikelentwürfe herumliegen, die ihr – versprochen! – zu sehen bekommt.

    So, liebste Grüße an alle, die meinen kleinen Blog so nett betreut haben! – ich freu mich, dass ihr noch da seid, und freu mich auch aufs irgendwann (bald?) wieder schreiben.

    🙂

    Ständige Diskussion

    Es gibt jetzt unter den Seiten (also oben in der Kopfleiste, ganz rechts) einen eigenen Unterpunkt zu „Ständige Diskussion“.

    Hier finden sich Artikel zu einzelnen Themen, die ich oder andere grundsätzlicher, und eigentlich immer, diskutierenswert finden – im Rahmen eines kleinen, unbescheidenen Blogs. Also kommt mir nicht an und sucht nach „Sexismus“, oder so. Ganz so grundsätzlich dann doch nicht!

    Ohnehin könnt Ihr bei mir immer kommentieren, egal, wie alt der entsprechende Artikel ist.
    Diese Artikel aber sind von vornherein so angelegt, dass sie „Dauerthemen“ behandeln, zu denen einem_einer vielleicht erst ein halbes Jahr später DIE Erleuchtung kommt. Dann immer her mit Eurem Senf dazu! Oder schlagt Eure eigenen Themen vor.

    Dorthin habe ich als erstes die Diskussion zu
    intersektioneller/feministischer Kommentarmoderation
    verschoben, und noch einen der Posts, die mir persönlich am Herzen liegen, was Grundsatzdebatten angehen, die ich sonst kaum finde:
    Warum Bi kein Anhängsel schwuler und lesbischer Bewegungen sein kann.

    Hintergrund ist: Ich finde die Sachen wichtig, auch dauerhaft, und es wird bestimmt nicht bis spätestens übermorgen DIE LÖSUNG!!1! entdeckt werden (Nobelpreis, Leute!) – aber es gibt ja zwischendurch auch mal was anderes zu schreiben, sogar für mich.

    Zumal es sich so trifft, dass die Mädchenmannschaft (siehe Thema 1) zufällig gerade ihre Netiquette geändert hat – schon seit Monaten geplant, wie die geschätzten Leser_innen und Kommentator_innen erfahren – und ich mir bei der Gelegenheit dachte, wisst Ihr? Ihr mich au Zeit für einen Ort für Grundsatzfragen in politischen Bewegungen. Einfach mal.

    Fremdouten, Facebook edition

    (wo ist das Format „Rant“?)

    Okay, Leute, die mich aus dem meatspace und mit meinem Kreditkartennamen kennen?

    ES HAT EINEN GRUND, WARUM ICH DIESEN BLOG UNTER EINEM PSEUDONYM SCHREIBE.

    Wie bei Vielen ist es so, dass für mich, zumindest bei manchen Aspekten, dieser Name der „echte“ ist – unter anderem deswegen habe ich mich damit bei Facebook angemeldet und angefangen, den Account so halb zu benutzen.
    Ich nutze diesen Namen und diesen Raum, um das Persönliche, MEIN Persönliches, politisch zu machen, an einem Ort, der bewusst NICHT das Umfeld ist, in dem das alles unmittelbare soziale Konsequenzen hat. Ich schreibe über meine Sexualität, meine Behinderung(en), meine Beziehung, meine politischen Ansichten. Das war und ist, unglaublich wichtig, und EMPOWERND, für mich, weil ich diese Freiheit, einfach nur über mich und mein Leben nachzudenken und zu sprechen, ICH ZU SEIN, in unsrer schönen kyriarchischen Gesellschaft nur sehr eingeschränkt habe.

    Auch wenn das alles unter den Menschen, die mich gut kennen, mehr oder weniger bekannt ist, gibt es viele Menschen und viele Kontexte (insbesondere fucking PREDATORY politische Kontexte), in denen ich diesen Kram nicht haben will.

    Ihr Leute, die mich aus dem politischen meatspace kennt: WAS, glaubt ihr, passiert, wenn ALLE WISSEN, [Person] aus [politischer Kontext] schreibt einen SUPER PERSÖNLICHEN Blog? Oh, und einen POLITISCHEN BLOG?

    Eine Menge von Menschen, die mich in der größeren Konsensrealität kennen, wissen von diesem Blog hier, und, liebe Güte, das Ganze ist nicht GEHEIM!!1 ™, mich kennen Leute als Kiturak aus WoW und meatspace, mit denen ich Mühe hätte, für fünf Minuten ein Gespräch zu führen. Aber es ist bisher ein Blog gewesen, von dessen Existenz nicht viele meiner losen und loseren Bekannten aus dem staatlich sanktionierten Leben wussten, den nur die gelesen haben, die es wirklich interessiert hat – statt dessen habe ich über diesen Weg viele viele andere Menschen kennengelernt.

    Jetzt meld ich mich bei facebook an und ZWEI TAGE SPÄTER bin ich mitten im fiesesten persönlichen Stress, weil über die coole „Freunde vorschlagen“-oder-whatever-Funktion jetzt an die zwei Millionen Leute, die mich zu ca. 3/4 überhaupt kennen (ok, etwa 20) wissen, dass es Kiturak Anderswo gibt, die [soundso] kennt, und zu denen ich mich jetzt irgendwie verhalten muss.

    FFS, warum schreib ich denn über die nym wars?

    The people who most heavily rely on pseudonyms in online spaces are those who are most marginalized by systems of power. “Real names” policies aren’t empowering; they’re an authoritarian assertion of power over vulnerable people.

    danah boyd

    Bitte lest GRÜNDLICH, vielleicht zweimal hintereinander die Liste Who is harmed by a „Real Names“ policy durch.

    Und dann stellt Euch Folgendes vor:
    Ihr habt drei oder vier Leute zu Euch eingeladen, um Brettspiele zu spielen.
    ALLE DIESE LEUTE rufen ALLE EURE ANDEREN FREUND_INNEN UND BEKANNTEN an, und noch ca. halb so viele Unbekannte dazu, und fragen sie, ob sie auch Lust hätten zu kommen?
    Und die Hälfte dieser Leute ruft dann bei Euch an und fragt, ob sie auch kommen können.
    Und jetzt denkt Euch dazu, statt des Brettspielabends ist es eine „ich OUTE MICH als bi, poly, behindert, Kampflesbe-Feminazi, und eine Reihe anderer Sachen“-Party.

    Okay?
    Ich weiß, es ist NUR EINE BLÖDE AUTOMATISCHE FACEBOOK-Funktion, und ich WUSSTE, DASS MICH FACEBOOK NERVEN WÜRDE.
    Ich wusste nur nicht, wie sehr, und wie unmittelbar.

    Ich habe diesen Raum für mich gebraucht, ich will ihn behalten, und ich verzichte lieber auf eine fancy soziale Plattform.
    Und ich bin sauer.

    Hass ist keine Geisteskrankheit

    The fact is, people who have spent a large amount of time arguing that “homophobia” is an irreplaceable term are either willfully ignorant or simply frustrated that none of the new suggestions—even though all of them harken back to bigotry or hatred—can convey the stigma that “lol you’re crazy” can.

    Bigotry is Not A Mental Illness, „Needing“ the Term „Homophobia“ and Other Ways to Equate Mental Illness with Violence

    Ergänzung: Das ist ein viellleeeiiicht ein wenig polemischer Kommentar in einer sehr wichtigen Diskussion um den Gebrauch von „-phobia“, was Hass und Diskriminierung verschiedener Gruppen angeht. Natürlich konnte ich nicht widerstehen, aber ein vielleicht sinnvollerer Artikel zum Einstieg ist „Why you shouldn’t conflate bigotry and phobia“ von Emily Emily Emily.

    Da es in den Kommentaren schon thematisiert wurde, möchte ich das Thema hier nochmal für alle sichtbar machen:

    Ich möchte Euch bitten, hier auf diejenigen -phobie-Begriffe zu verzichten, die Hass und/oder Diskriminierung bezeichnen. Sie lassen sich meist ganz einfach durch entsprechenden -ismus-Begriffe ersetzen (Heterosexismus statt Homophobie, Cissexismus statt Transphobie, Monosexismus statt Biphobie, etc.), aber auch andere Begriffe wie „Heterosupremacy“ und viele mehr existieren.

    Die -phobie-Begriffe für etwas anderes als tatsächliche Phobien zu verwenden, ist aus verschiedenen Gründen ableistisch – und, behaupte ich, auch sonst nicht besonders hilfreich.

    Der Blog „Bigotry is Not A Mental Illness“ widmet sich der gesamten Diskussion:

    We are a group of trans*, queer, disabled SJ activists with phobias. These phobias do not make us bigots, and we’re tired of debating the issue. This is the place that we’ve taken our „-phobia language“ debate, to deal with as we have the spoons.

    Ich kann Texte aus dem Englischen jederzeit gern übersetzen.
    Bitte gebt Bescheid, wenn Euch das Thema interessiert, Ihr aber mit den Artikeln nichts anfangen könnt, weil sie auf Englisch sind. Ich kann den gesamten Blog nur empfehlen, es gibt ohnehin nicht sehr viele Artikel, und ich habe unglaublich viel gelernt.

    Nachtrag: (Diese Nachträge hier immer!) Bevor jemand fragt: Ja, ich hab‘ die Begriffe selbst „ganz normal“ verwendet, auch hier, und es tut mir leid! Ich werd‘ das ersetzen, aber es dauert etwas, bis ich da durch bin.
    Das war eben der Punkt – ich bin selbst erst darauf aufmerksam gemacht worden durch einen vorwitzigen Kommentator, der mir meine eigene neue Lieblingsbloggerin um die Ohren gehauen hat (Danke Uli!), hab eingesehen, dass das Mist war, und ändere es jetzt.
    Das ist das Konzept.

    Fremde Federn rupfen

    „Some of us are trying to have a civilization here“

    Dieser schicke Spruch ist keinen Zentimeter hoch auf meinem Mist gewachsen!

    Ich hätte, als ich es da hingesetzt habe, auch eine_n Autor_in dazugesetzt (als ich die Blog-Untertitelfunktion zuerst entdeckt habe, hab‘ ich dort je nach Laune zufälligen Kram hingeschrieben – kann jederzeit wieder so werden. „Immer nur meckern“ ist ein super Motto für jeden Tag!), es gibt aber tatsächlich zwei Quellen dafür, und ich konnte mich nicht entscheiden.
    Da es auf Englisch hier steht und ich niemals auf Englisch hier schreibe, dachte ich, das ist ohnehin als Nicht Von Mir erkennbar – wer es lustig findet, wird es im Netz suchen, überhaupt, Bloguntertitel? von den sieben Leuten, die hier lesen, sehen das zwei (case in point: Mein Mensch für jeden Tag ™ hatte den bis heut nicht bemerkt).

    Da diese Schönheit von Spruch sich aber festzusetzen scheint (ich mag ihn so gern!), und nicht nur tatsächlich geschätzt wird, sondern in mir allmählich der Verdacht Gestalt annimmt, Leute schreiben ihn mir zu (aaaaahhh!!), ist aber langsam ein Quellenverweis fällig.

    Quelle Nr. 1!

    Der großartige Webcomic Templar, Arizona, den ihr alle nicht lest. ICH SEHE DAS. Er ist in meiner Blogroll!

    Dort heißt es „We are trying to have a Civilization here“ und ist ein politisches Motto der Templar Social Hygiene Coalition – BECAUSE YOU ARE SUPPOSED TO DO THAT.

    Das fand ich großartig und hab den Spruch für den Blog nochmal gegoogelt (Weil ich die genaue Stelle nicht mehr auf Anhieb gefunden hatte, vermutlich), und stieß so auf

    Quelle Nr. 2:

    Seinfeld.

    Jerry: So, how’s the fornicating gourmet?

    George: Doing quite well, thank you. Yesterday I had a soft boiled egg and a quickie. You know what? If I could add TV to the equation, that would really be the ultimate.

    Jerry: George, we’re trying to have a civilization here.

    Das ist gleich eine ganz andere Bedeutung, und es ist zehn Jahre älter.
    Damals hab ich den Spruch aber auf wikipedia gefunden, wo er den Wortlaut hatte, wie ich ihn verwende, „Some of us“.
    Ich habe wirklich keine Ahnung, ob Spike den Seinfeld-Spruch kannte oder nicht – auf jeden Fall mochte ich die Mehrdeutigkeit des Mottos, und konnte mich nicht für eine der beiden Quellen entscheiden. Die Spike-Formulierung ist sehr festgelegt auf die Tut Was Man Euch Sagt-Aussage, während die some of us-Formulierung zwar offener ist, aber der Spruch im Originalkontext recht plump. Ich bräuchte also den Wortlaut von Seinfeld und die feinen kleinen Nuancen aus Templar, Arizona.

    Kurz, es war gräßlich kompliziert, ich dachte, steht hier eh nur zwei Wochen, liest kein Schwein, Leute solln selbst mal Sachen suchen.

    Hiermit hoffentlich berichtigt:
    some of us are trying to have a civilization here – Seinfeld/Templar, Arizona

    Gut so?

    Kommentarrichtlinien: Warum zum Henker schreib ich sie überhaupt?

    Aus gegebenen Anlässen in mehreren Kommentarthreads hier, und dies meint Menschen, die es an sich gut meinen:

    Oh, Leute. Lest doch einfach meine Kommentarrichtlinien – BEVOR Ihr kommentiert:

    „Bitte lest bei betroffenen Menschen nach, falls Ihr tatsächlich unsicher seid, was als diskriminierend verstanden wird.“

    Das ist nicht schwer.

    Von gesellschaftlicher Diskriminierung betroffene Menschen haben bei mir Deutungshoheit über diese Diskriminierung.

    Wenn eine halbwegs bedeutende Anzahl von Menschen in einer diskriminierten Gruppe sagt, etwas sei -istisch, dann IST ES DAS. AUS. Keine Debatte darüber, OB „Schlampe“ sexistisch ist, weil es eine coole poly-Gruppe in Marburg gibt, die das reclaimt. Keine Debatte um „ob“.

    EINFACH. KEINE. DEBATTE.

    Wenn Ihr das „wie“ und „warum“ nicht versteht oder einseht, findet es selber für Euch raus, oder fragt. Höflich. Bescheiden. In wenigen Worten. Mit etwas Glück hat jemand Spaß daran, das zu erklären. Betrachtet diskriminierte Menschen als Spezialist_innen für ihre Diskriminierung. Geht davon aus, dass Ihr keine Ahnung vom Thema habt, und dass es ein riesiger Gefallen ist, den Euch andere tun, wenn sie es Euch erklären. Frag ich Dich, ob Du meinen Kleiderschrank zusammenbaust und das Wohnzimmer fegst? Nein? Warum sollen andere ihre Zeit damit verbringen, Deine rechthaberischen, zeit- und raumfüllenden Ahnunglosigkeiten zu widerlegen?

    Spart Euch bitte, bitte die unaufrichtige Haltung, Ihr wolltet ja nur diskutieren. Ihr wollt Recht haben und behalten, und die „klär mich auf“-Haltung heißt nichts als die Weigerung, die bereits überall geleisteten Erklärungen zu lesen und zur Kenntnis zu nehmen.
    Wenn Eure Aussage hinausläuft auf Warum soll ich es denn einsehen, wenn Du mich nicht überzeugst? oder
    Wenn Dir die Sache wichtig wäre, würdest Du mir das erklären!, schluckt sie besser einfach runter. Nicht nur werde ich sie voraussichtlich nicht veröffentlichen, sondern diese Haltung macht mich wütend wie sonst kaum was.

    Fragt Euch, ob Ihr ernsthaft dieser Mensch sein wollt, der Frauen zwingt, in einem speziellen schriftlichen Extra-Essay NUR FÜR EUCH zu beweisen, warum „Schlampe“ nicht geht, oder People of Colour, warum „M*hr“ keine Option ist. Fragt Euch, ob Ihr die Person sein wollt, die die Debatte um Gender_Gap statt Binnen-I damit aufhält, dass Ihr nicht einseht, warum das generische Maskulinum nicht ok ist. Obwohl es schon an tausend Stellen überall im Internet ausgehandelt wurde, aber Ihr wollt es in kleinen Löffeln persönlich gefüttert bekommen, bevor Ihr es einseht*.

    Fragt Euch, ob Ihr diskriminierte Leute damit aufhalten wollt, ihnen zu erklären, dass sie keine Ahnung haben, wovon sie reden. Fragt Euch, ob Ihr ernsthaft, wirklich, glauben wollt, dass Ihr es besser wisst als betroffene Menschen.

    Wenn Ihr nicht sicher seid, was betroffene Menschen zu einer Sache sagen, sucht im Internet.

    Lernt Derailing for Dummies auswendig.

    Act like you got some home training.

    Check your privilege.

    Solange Ihr nichts hiervon einseht, allen voran die Deutungshoheit, veröffentliche ich (außer zu Spaß- oder Demonstrationszwecken) Eure Kommentare nicht. Aus.

     

    Nachtrag: Tatsächlich sollen wir es Euch in kleinen Löffeln füttern, während Ihr strampelt und schreit und tretet und uns die Hälfte wieder ins Gesicht spuckt. Und neeeein, dafür bekommen wir nicht Respekt oder Dank oder sowas? Im Gegenteil, wir dürfen froh sein, wenn Ihr nicht wütend auf uns seid deswegen oder verächtlich, während Ihr stolz seid, dass Ihr so toll gekämpft und alles aufgegessen habt.
    Millionen strampelnder privilegierter Menschen, die erpresserisch („Wenn Du mich nicht hier und jetzt überzeugst, vertrete ich weiter meine *-istischen Ansichten!“) von den Menschen, die sie vorgeben, nicht diskriminieren zu wollen, nach Belieben Lebenszeit beanspruchen.

    Guess what? Ich habe ein eigenes Leben. Andere Menschen haben ein eigenes Leben. Es ist nicht unsere Verantwortung, Eure *-istischen Ansichten zu ändern, und wenn wir keinen Bock haben, JETZT UND HIER, wann immer es Euch beliebt, eine kleine Privatstunde für Euch abzuhalten, sondern statt dessen einen Kaffee trinken gehen, habt Ihr nicht gewonnen und dürft weiter glauben, dass Ihr bei den Guten seid.
    Ihr vertretet *-istische Ansichten und benutzt unsere fehlende Bereitschaft, Euch zu hätscheln, als Ausrede dafür.

    Ich weiß nicht, wie oft ich manche Diskussionen schon geführt habe. Ich weiß nur, dass es mich all meine Überwindung kosten kann, höflich zu bleiben.
    Den letzten weißen männlichen Uni-Dozenten, der eine ad hoc-Überzeugung von mir wollte, um „Studierende“ statt „Studenten“ zu sagen (denn warum sollte er Uni-Publikationen lesen, geschweige denn, sich an sie zu halten), hab ich angebrüllt:
    Jede Wette, dass er anschließend noch überzeugter war, im Recht zu sein, und außerdem sagen würde, ich hätte nur meiner Sache geschadet.

    Leute, ich habe wirklich, wirklich keine Lust auf Euch.

    decent guy would be decent

     

    Morgan: Rest assured we are not all like him. I won’t try to claim to be the perfect man; there is no such beast. But always remember for every Scott Adams in the world, there is at least one decent guy facepalming.

    Yeah, maybe. But here’s what I want to know: How many “decent guys” are telling Scott Adams and his kind where to stick it? How many “decent guys” are refusing to buy his books? How many “decent guys” are writing letters to newspapers asking them to pull Dilbert? How many decent guys…

    owate.

    I fell for it: False teaming.

    GallingGalla auf Feministe zum absurden Komplett-Fail von Scott Adams. (disclaimer)

     
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    Viele Monate Kiturak!

    Nachdem ich vor Kurzem durch einen freundlichen Hinweis darauf aufmerksam gemacht wurde, dass mein Blog ÖFFENTLICH zu lesen IM INTERNET STEHT,

    (OMG!! *faint*)

    musste ich mir erstmal schleunigst einen Typen suchen, der mir das alles hier erklären kann. Das nahm naturgemäß einige Zeit in Anspruch: Als Feministin (oder so) bin ich bekanntlich zu häßlich, um einen abgekriegt zu haben, und außerdem lesbisch!! – äh, bi. Dann noch die Humorlosigkeit – macht es alles nicht leichter, einen Typen anzuschleppen, der mir bei meinen Computerproblemen hilft in der Hoffnung, mich flachzulegen.

    Aber da ich jetzt auch endlich weiß, was ein Dashboard ist, dachte ich, ich feiere mal mit der ganzen Welt bei Kaffee und Schokomüsli die Tatsache, dass ich schon sehr sehr lange einen Blog mit unfassbar vielen guten Artikeln habe! Ich kann mich nicht nur über eine kleine Reihe von sehr unterschiedlichen Reaktionen freuen, von dankbar (echt! Ich bin immer noch gerührt. Dank in vollem Umfang zurück) bis erzürnt (das war lustig. Go Kabrett!).
    Die Gelegenheit ist auch eine willkommene Ausrede, endlich mal das zu tun, was garantiert der eigentliche Grund ist, warum alle auf der Welt einen Blog haben:

    Suchbegriffe durchschauen!
    Heh.

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