Kategorie: die linke und ich

adieu, schöne world

Es mag viele sehr gute Gründe geben, die jungle world abzubestellen, allen voran ihre beschissene „islamkritische“ Haltung und die Weigerung, antimuslimischen Rassismus als Begriff auch nur zur Kenntnis zu nehmen (natürlich nicht, duh) – vermutlich ist es eine Kombination aus einem Haufen ärgerlicher, abstoßender oder sonstwie nicht-für-mich-Faktoren, warum ich sie seit langem fast nur noch aufschlage, um mich zu ärgern.

Aber warum nicht auch einfach mal für ein Thema ganz gemein platte, ungerechte, ungenaue quantitative Methoden anwenden?

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Fünf Weiße Typen erzählen uns von Unterdrückung, oder: Vermutlich bin ich einfach nicht links.

UPDATE:

Danke an die, die mich mit dem kleinen Satz zu den politischen Bewegungen und der Fortsetzung der Unterdrückung zitieren, ABER: Mir wird ganz mulmig, wenn ich daran denke, dass ich ja nur etwas umformuliert habe, das längst von Anderen in den Raum gestellt wurde – auch wenn das prinzipiell für alles Geschriebene gilt, gibt es doch einige Menschen oder Kreise, die einen sehr starken Einfluss haben, mehr als andere.  Obwohl ich sie unten im direkten Zusammenhang schon deswegen zitiert habe, hier noch einmal Angela Davis:

This notion of intersecting or crosspatched or overlaying categories of oppression is one that has come to us thanks to the work of women of colour feminists.

Diese Auffassung von sich überschneidenden oder zusammengesetzten oder sich überlagernden Kategorien der Unterdrückung ist eine, die wir den Werken von Women of Colour-Feministinnen verdanken.

Ja. Und das wird zuwenig gewürdigt. Danke.

Update Ende.

Fangen wir so an: Neulich fand im Atrium Maximum der Uni Mainz ein Symposium statt zum Thema „VERTEIDIGEN. KRITISIEREN. ÜBERWINDEN. Das Grundgesetz auf dem Prüfstand“, veranstaltet vom Kritischen Kollektiv, organisiert in der IL, diskursiv, der Jenny Marx Gesellschaft, AFP e.V. und dem AStA der Uni Mainz.


Das ist vermutlich nicht nur einen Samstag wert,

dachten wir und tauchten zum zweiten Vortrag auf. Publikum: Deutsche Universitäts-Linke vielleicht, mit ein, zwei Ausnahmen weiß, bloß nicht zu schick, vielleicht etwas weniger Frauen, die Typen vielleicht etwas Wichtiger, so halt. Altersmäßig durchaus gemischter, als es die Veranstaltung an der Uni vermuten ließe.

Die Vortragenden: Deutsche Universitäts-Linke vielleicht, … ja. Nur inzwischen Professoren, und nichtmal mehr Frauen.

Gut, soweit die soziale Realität an den Unis – wobei, falsch. Es gibt People of Colour an unserer Uni, genauso wie Menschen mit sichtbaren Behinderungen. Auch Professorinnen. Mehr als in diesem Raum. Auch anteilig.

So weit also, so mittelmäßig, das Essen (Chili mit Brot, Getränke) kostet, keinen Selbsteinschätzungspreis, sondern feste Preise. Die Veranstaltung muss ja finanziert werden. Gut, kein Thema, trinken kann ich zur Not auf dem Klo, Essen mitbringen.
Und Weiße Männer sind ja nun nicht per se Menschen, die ich nicht reden hören möchte – traurig für eine linke Veranstaltung und auch etwas ärgerlich, wenn man bedenkt, wer es finanziert, aber nun sind die Vortragenden da und können nicht in erster Linie etwas dafür, dass sie alle ein bisschen gleich aussehen. Sie sollen ja zum Grundgesetz sprechen.

Also sprechen sie.
Vom Kapitalismus. Vom Staat.

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