nur so

MARCEL THE SHELL WITH SHOES ON from Dean Fleischer-Camp on Vimeo.

Via Shakesville, dankedankedankedanke😀
Dort komplett mit Transcript.

UPDATE 4. 12. 2010: Ich hab‘, basierend auf dem Shakesville-Transcript eine Übersetzung ins Deutsche versucht. La voilà:

[Stop-Motion-Animation – eine sehr, sehr kleines Schneckenhaus mit einem wackligen Auge in der Öffnung und winzigen rosa Schuhen an:
trippelt auf die Kante einer Sofalehne verschiedene Hinergrundszenerien folgen, wie zum Beispiel ein Küchentisch, auf dem grüne Blätter und kleine Teller herumliegen, ein umgekippter Tennisschuh, ein Badezimmer mit einer Haarbürste auf dem Fußboden, und so weiter]

Marcel: Ich heiße Marschell – oh NEIN! – ich mach das nicht zum ersten Mal! Ich heiße Marcel, und ich bin zum Teil ein Schneckenhaus, wie ihr an meinem Körper sehen könnt … aber … ich hab auch Schuhe und ähm, ein Gesicht … also, ich mag das an mir, und ich mag mich, und ich hab auch eine Menge andere tolle Seiten.

[Titel] Marcel das Schneckenhaus mit Schuhen an.

Marcel: Ich weiß, wie es hier aussieht, aber es ist nicht immer so unordentlich, aber ich wußte nicht, dass ihr eine Kamera dabeihaben würdet und ich wünschte, ihr hättet gesagt, dass ihr heute herkommen würdet, weil ich nicht – ich hab nicht aufgeräumt [erschöpfter Seufzer]. Ich hab Freunde von außerhalb eingeladen, vorbeizukommen zum Salat essen, und deshalb – – es tut mir l … naja, so sieht es jetzt eben aus.

Rate, was ich als Hut trage.

Kamera-Mensch: Was?

Marcel: Eine Linse!

Einmal hab ich an einem Stück Käse geknabbert, und mein Cholesterinwert ist auf 900 hochgegangen.

Rate, was ich nehme, um meine Skier auf meinem Auto festzubinden.

Kamera-Mensch: Was?

Marcel: Ein Haar. Rate, was meine Skier sind.

Kamera-Mensch: Was?

Marcel: Zehennägel von einem Menschen. Ähm – – willst du mich mal am Telefon reden sehen?

Kamera-Mensch: Klar.

Marcel: [steht auf dem Telefon] Hallo! Ich bin’s. Wie? Ja. Ja, hab ich. Ja! Hm, ich könnt es um – ja, hm? Ja, würd ich gern! Ja, hab ich, hab ich! Ich hab’s gesehen! Hab‘ nur vergessen, einen Zettel zu schreiben, danke, echt!!

Rate, was ich als Sitzsack nehm.

Kamera-Mensch: Was denn?

Marcel: Eine Rosine. Rate, was ich mache, wenn ich was erleben will.

Kamera-Mensch: Was denn?

Ich geh Drachenfliegen auf einem Tortilla-Chip!!

Rate, was ich als Stift nehm.

Kamera-Mensch: Hm?

Marcel: Ich nehm … äh … einen Stift, aber wir brauchen die ganze Familie.

Ich trau mich nicht, Limo zu trinken, weil ich Angst hab, dass die Sprudelblasen machen, dass ich an die Decke hochfliege.

Okay, ähm, mm – das Einzige, was mir leid tut in meinem Leben ist, dass ich nie einen Hund haben werde.

Aber manchmal bind ich einen Fussel an ein Haar und zieh ihn herum.

[Marcel zieht den Fussel hinter sich her]: Ich hab Dich lieb! Komm her, du. He, komm! Komm.

Einmal hab ich den Geruch von einem alten Tennisschuh gerochen, und bin einfach umgekippt.

Einmal hab ich einen Diamanten angeschaut, und davon hab ich einen Sonnenbrand gekriegt!

[Neben dem Fussel-Hund] Er heißt Allen. Rat, wo ich ihn gefunden hab.

Kamera-Mensch: Wo denn?

Marcel: Unter einem Zahn. Du weißt doch, wie es heißt?

Kamera-Mensch: Hm, wie?

Marcel: Die Fluse ist der beste Freund des Schneckenhauses.

[neben den Malstiften] Willst du sehen, wie ich das hochhebe?

Kamera-Mensch: Klar.

Marcel: Okay! [versucht, den Stift aufzuheben, ächzend und schnaufend] Nein, ich kann nicht! Ich kann nicht. Ich kann einfach garnichts hochheben.

Manchmal sagen Leute, dass mein Kopf zu groß ist für meinen Körper, aber dann sag ich: Im Vergleich WOMIT, HMM?

[Vor einer Haarbürste] Mein Bruder ist einmal in eine Schlägerei geraten mit jemand, und rate, wie er ihn umgebracht hat?

Kamera-Mensch: Wie denn?

Marcel: Er hat ihn auf einer Bürste aufgespießt.

Kamera-Mensch: Das klingt ja ganz schön brutal …

Marcel: Wir streiten uns nicht, wenn man uns in Ruhe läßt.

[zieht den Fussel] Hey! Komm her Komm her … (schnaubt, zieht) Komm doch heer! Ich hab dich lieb, komm – – ach!

[credits]

Das war’s! Verbesserungsvorschläge für die völlig unprofessionelle Übersetzung (grad der Titel!) nehm‘ ich gern entgegen. Kommentare, bitte!
Dies hier ist nur ein Vorschlag für eine Übersetzung.

4 Kommentare

  1. Steffi

    Hey Kiturak,

    ich bin ehrlich gesagt, nicht sicher, wie ich den Film verstehen soll.

    Geht es generell um eine Kritik an der Aufmachung von Dokumentationen? Oder geht es um den Umgang mit „anders sein“ der Betroffenen? Beides? Oder doch was ganz anderes?

    Hab mir jetzt dazu schon die Kommentare auf shakesville durchgelesen, aber leider sagt keine kommentierende Person, was sie genau so toll findet…

    Bin nicht mal sicher, ob ich das lustig finde oder einfach nur traurig.

  2. kiturak

    oh, schwierig! Ich hab schon lang aufgehört, mich zu fragen, wie ich Filme verstehen soll, ich nehm einfach irgendwelche Sachen wahr und denk‘ dann drüber nach, was es ist.
    Ich fand mehrere Sachen: zum Teil – vor allem – schön. Und lustig! („Compared to WHAT?“) Auch etwas traurig: niemals einen Hund?

    Natürlich kann ich versuchen, das aufzuschlüsseln.

    Sicher lässt es sich als Parabel lesen für das Leben damit, jemand besonderes zu sein – vor allem vermutlich, mit irgendeiner Art von Behinderung zu leben. So hat’s sich für mich angefühlt – ich lebe in dieser ganz eigenen Welt, und es ist garnicht so leicht, das zu erklären! (Und ich bin so nervös.) Stell Dir vor, wenn ich in ein Stück Käse beiße, was für Dich ganz normal ist, drehen sofort alle meine Blutwerte durch! Und ich kann nicht einfach so einen Stift hochheben, so wie Du. Bei uns muss dafür die ganze Familie mithelfen! (und das macht sie auch.) Aber, es ist nicht einfach so, dass mein Leben traurig und bemitleidenswert und sinnlos ist – wie kommen die Leute eigentlich immer auf sowas?! Ich leb‘ genauso wie Du, und hab Freund_innen zu Besuch zum Salat essen und telefonier mit ihnen, ich hab Abenteuer und Spaß! Und, ich seh‘ seltsam aus? Vielleicht für Eure komischen Maßstäbe! pff. Und vielleicht kann ich nie einen Hund haben (und, kannst Du vielleicht alles haben, was Du willst?), aber ich denk‘ mir eben etwas statt dessen aus! Und zur Not kämpf ich auch, hm! Und so ist mein Leben, und ich hoffe, Du fandest es nett hier.

    Ich find‘ es erstaunlich schön geschrieben, und erzählt.

    Naja, dann meine Faszination von kleinen Dingen, die ich immer schon hatte – ich hab schon als kleines Kind ständig Ameisen zugeschaut, den Graswald beobachtet und Geschichten von Bienen gelesen, und heute fotografier ich stundenlang winzige Plastikspielzeuge in ihrem kleinen Leben auf meiner Isomatte oder zwischen den Gläsern im Regal oder Moos oder Schneeflocken oder Baumrinde. Natürlich ist der Film für mich toll, mit dieser riesigen Welt aus Stuhlbeinen und Tennisschuhen.

    Und dann die Animation! Die Telefonszene. Der Hund! Und die Einstellungen, das Licht, alles. Die Schnitte, die Kamera. Ich hab wirklich (wirklich) keine Ahnung vom Filmen, aber das war schön, und spannend.

    Naja, und alles zusammen ist einfach ein schöner Film für mich. Insgesamt. Alles stimmt.

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