Draußen blüht alles gleichzeitig, und da ich nicht von irgendwelchen Allergien geplagt werde, macht mich das nur sehr froh.
Da aber in der Kultur, aus der ich stamme, Fundamentalist_innen die Bevölkerung dazu aufrufen, in dieser Zeit das wichtigste Fest ihrer Religion zu feiern, und sich die gesellschaftlichen, kulturellen Auswirkungen dieser Religion bis in die kleinsten, unauffälligsten Verästelungen der Supermarktregale fortsetzen – sitze ich nun hier und denke darüber nach, kleine, bunte Fruchbarkeitssymbole zwischen Primeln zu verstecken. Obwohl ich seit Jahren … Jahrzehnten? atheistisch bin.
(Das wird natürlich meine kulturell rückständige Familie nicht interessieren, wenn wie jedes Jahr zum Osterfrühstück unser Vater (der von uns allen natürlich gesiezt wird), mit donnernder Stimme aus dem Korintherbrief liest,
Ihr sollt aber wissen, daß Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi.
Da mögen noch so viele kommen und erzählen davon, wie im Buch der Bücher auch ganz andere Dinge stünden, Vergebung, Glaube, Liebe, Hoffnung – unterschiedliche Auslegungen, Übersetzungen, historischer Zusammenhang, queere Christ_innen … meine Mutter und ich ducken uns ängstlich hinter den Christbaum, nein FUCK! manchmal bringe ich diese Feste einfach durcheinander – und wissen nicht, was wir mehr fürchten sollen: Den Zorn Gottes, den des kleinen Herrschers über unsere Familie, oder die Ungläubigen. Denn eines ist klar: Es gibt EINE, genau eine Art, eine Religion zu leben. Und die wird festgelegt von EMMA und pi-news.
Sorry, Leute – Menschenfreundlichkeit ist in unserer Religion nicht drin, das hat Pro Köln beschlossen, und die Nation glaubt es.
… was? Ihr meint, das betrifft alles nur den Islam? Die ganze Pauschalisierung, die Ungerechtigkeit, der Rassismus – das geht garnicht gegen die christliche, weiße deutsche Kultur? Na DANN.)
Ich schweife ab!
Ich wollte doch Artikel verstecken.
Es ist so, in meiner langen Blogpause ist einiges passiert, und ich komme nicht annähernd dazu, alles abzudecken. Also pflücke ich wahllos einige kleine, bunte, fruchtbare links heraus, in der Hoffnung, dass sie interessieren.