Who died and made YOU Menschenrechtsverteidigung?

via Muslimah Media Watch, das neueste Bild aus der Reihe “Eimer! Ich muss kotzen”:

Werbeplakat der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Eine Frau in Burka zwischen gleichfarbigen MüllsäckenBild: Werbeplakat der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Eine Frau in Burka zwischen gleichfarbigen Müllsäcken.
Bildunterschrift: Unterdrückte Frauen werden leicht übersehen. Unterstützen Sie uns im Kampf für ihre Rechte. http://www.igfm.de

Und wer seid Ihr, bitte, http://www.igfm.de, dass ihr für die Rechte von Frauen in bunten Tüchern “kämpft”?

Homepage der IGFM, “Wer” ist die IGFM:

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein. Die Mitglieder sind es, die diesen Verein mit Leben füllen. In der deutschen Sektion sind das zur Zeit ca. 3.000 Personen, Schüler wie Lehrer, Studenten, Professoren, Ärzte, Journalisten, Rentner, Juristen, Angestellte, kurz: Menschen aus (fast) allen Berufsgruppen aus ganz Deutschland. Zu den Mitgliedern gehören auch ehemalige politische Gefangene, die unter der Herrschaft der SED oder der Nationalsozialisten inhaftiert waren. Eine wichtige Arbeit leisten z.B. auch Sinologen, Islamwissenschaftler und andere Mitglieder, die bestimmte Sprachen, Länder und Kulturen gut kennen.

Ist klar (na, wenigstens keine Frauen dabei, harr harr), und auch, zu welchen Schlüssen Eure “Islamwissenschaftler” generell so kommen, wenn wir von dem im Seitenheader verankerten Bild schließen dürfen,

Eine Frau blickt gerade nach vorn, ihr Gesicht verhüllt durch einen Niqab. In der Öffnung des Niqab befinden sich Gitterstäbe.
Bild: Eine Frau blickt gerade nach vorn, ihr Gesicht verhüllt durch einen Niqab. In der Öffnung des Niqab befinden sich Gitterstäbe.

Das dürfte erklären, warum Euer großartiges Engagement für “Menschenrechte” sich quer durch alle Beiträge auf der Seite so auffällig als Islambekämpfung darstellt, aber NEIN NEIN WIRKLICH ich bin überzeugt, “bestimmte Sprachen, Länder und Kulturen” werden von Euch selbstbestimmt und differenziert dargestellt dank der professionellen Auskenner in euren Reihen.

Vielleicht nennen wir das Ganze aber auch eher, “Verbreitung rassistischer Stereotype als Menschenrechtskampagne”? Samt angemaßter Verteidigung von “Frauenrechten”? Weil, das wäre ja was ganz Neues (via der braune mob).

Liebe IGFM, ihr wollt ernsthaft die Welt ein kleines bisschen besser machen? Dann kann ich die Selbstauflösung Eures Vereins vorschlagen.
Alternativ vielleicht das Einführen von Respekt für Menschen und ihr Recht darauf, ihre Probleme selbst definieren zu dürfen, aber das scheint Eurem Selbstverständnis nun wirklich diametral entgegenzulaufen.

Liebe Regierung: Bitte die Gemeinnützigkeit aberkennen. Danke.

Nachtrag: Zum Weiterlesen über das Wirken und die personellen Verflechtungen in der IGFM gibt es einen interessanten Beitrag zu einer Kontroverse um einen geplanten Gastbeitrag eines IGFM-Sprechers bei einem Kongress des Bundesarbeitskreises kritischer Juragruppen (BAKJ) 2003 im Forum Recht Online. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die IGFM nicht als

“eine Organisation revanchistischer und faschistischer Prägung, deren strukturelle Vernetzung und personelle Verflechtung von ultrarechten Gruppierungen wie der Pan-Europa-Union, dem Witiko-Bund… bis zur rechtsextremistischen Wehrsportgruppe Hoffmann reicht”

bezeichnet werden darf, muss allerdings sagen, dass es für mich trotz fehlender Detailinformationen erstaunlich ist, wie mensch auch nur nach dem Lesen der Webseite auf die Idee kommen konnte, jemand von diesem Club zu einem linken kritischen Kongress einzuladen. Aber vielleicht haben sie ja seit 2003 ihren Internetauftritt von den pi-news aufpolieren lassen.

Nachtrag 2: Zu meinem “erstaunlich finden” im ersten Nachtrag – Ich habe gestern Minuten gebraucht, um das Adjektiv in die Tastatur zu bekommen, siehe dieser Kommentar, Grund: What Tami Said. Ich hab von linken Veranstaltungen und linken Zeitungen schon einiges erlebt, und Konfrontationen wie die zwischen Lisa S. und BAKJ sind mir auch aus eigener Erfahrung nicht gerade neu. Trotzdem hab ich das Wort hingeschrieben, ist ja nur ein Nachtrag, find’ grad nichts Besseres, etwas stimmt es ja auch schon … FALSCH. Bitte auf der braune mob weiterlesen zu Verdächtiges Staunen: “Den Rassismus ernst nehmen” – Newsletter des Freundeskreis Tambacounda. Was soll ich sagen – das angemessene Wort wäre “typisch” gewesen. SORRY. Danke fürs Erinnern.

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6 Kommentare

  1. kulinaria katastrophalia

    Eine ganz üble Organisation, tiefer rechter Sumpf, der mit “Menschenrechten” hausieren geht. Die Website war früher noch schlimmer gestaltet als heute; da müssen wirklich Tomaten auf den Augen im Großformat gelegen haben bei einer Einladung, aber selbst die junge Welt ist schon drauf reingefallen. Die christliche Religionspropagierung ist ein alter Trend dieser rassistischen Stimmungsmache, die seit dem Zusammenbruch der realsozialistischen Länder zunehmend zum Hauptbetätigungsfeld der IGfM wird. Bei indymedia gibt es weiterführende Links zum Thema http://de.indymedia.org/2003/01/39309.shtml

    • kiturak

      ooh, danke für den link! Das kommt meiner Bequemlichkeit sehr entgegen.

      Ich vermute ja, dass die Tomaten aus der Kultur des gemeinen Traditionsgemüses der Weißen Westlichen Menschenrechtsbewegungen bis in den Feminismus stammen.

  2. longboatgirl

    Hey kiturak – followed you here from Feministing –> Muslimah –> your blog!

    Thank you for passing on the link about the IGfM’s dodgy origins – it’s good to know this turd of an ad is the work of (apparently) right-wing nutters and not respectable human rights campaigners (as such). Having said that, do we know where this ad actually appeared?

    P.S. I love your post heading :)

    • kiturak

      Hey longboatgirl, that’s one far-travelled comment! :) Thank you!

      I’ll try and find out when it appeared. They have it filed under Publikationen/Anzeigen (publications/advertisements), but without a date or other specifics. I’ve never seen the thing nor heard about the organization before the post on MMW, so who knows?

      There’s always rather unhelpful stuff going on with human rights and/or charity campaigns here, stereotyping other countries/ POC, ignoring what’s going on right here, even with the established organizations. But even so, this thing is harsh.

      ETA: The earliest date I can find the ad on so far is July 2009, on a blog that is way more shady even than the IGfM – burka.wordpress.com, I don’t want to link them. I don’t know if there was (or is) a bigger human rights campaign here for which this was the IGfM contribution – somehow I don’t think so, but I’ve no idea, nor where this appeared. I’ll try and ask around if anyone knows where to look for this kind of information, but no promises ;)

  3. Pingback: Frauen und Müll « Rauhe Sitten
  4. Zweisatz

    Was mich schon immer aufgeregt hat bei Konservativen in Deutschland (aber noch vielen anderen, die solch’ eine Argumentation nutzen), dass die “Sorge” um die “Rechte der Frauen” instrumentalisiert wird, um irgendeine andere Religion/Kultur/Menschengruppe zu diskreditieren.
    Das Perfide ist ja, dass man, ohne in längliche Erklärungen auszubrechen, gar nicht auf die Schnelle darlegen kann, warum man der Meinung ist, dass man von so einer Person gerade völlig verarscht wird – statt das Wohl “der Frauen” liegt ihnen etwas an dem Unwohl der entsprechenden Menschengruppe und die Frauen sind ihnen dabei scheißegal. Wah.

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